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Business Central in der Fertigung: Wann der Standard nicht mehr ausreichtErfahren Sie, welche Anforderungen in der Fertigung über den Standard hinausgehen und wie sich diese direkt in Business Central abbilden lassen.
Lesedauer: 5 Minuten
Letzte Aktualisierung: 15.07.2026

Business Central in der Fertigung: Wann der Standard an seine Grenzen stößt

Microsoft Dynamics 365 Business Central zählt zu den leistungsfähigsten ERP-Systemen für kleine und mittelständische Unternehmen. Einkauf, Verkauf, Lager, Finanzen und die Fertigung sind bereits im Standard integriert und bilden für viele Unternehmen eine solide Grundlage.

Mit zunehmender Komplexität der Produktion verändern sich jedoch die Anforderungen. Es geht nicht mehr nur darum, Fertigungsaufträge anzulegen oder Material bereitzustellen. Entscheidend sind transparente Prozesse, belastbare Kalkulationen und die Fähigkeit, auch komplexe Fertigungsabläufe effizient abzubilden.

Viele Unternehmen stellen sich deshalb irgendwann dieselbe Frage:

Reichen die Standardfunktionen von Business Central für unsere Produktion noch aus?

Für die Grundprozesse lautet die Antwort häufig Ja. Für spezielle Anforderungen in der Fertigung reicht der Standard jedoch nicht immer aus.

Wenn Fertigungsprozesse komplexer werden

Business Central deckt zahlreiche Produktionsprozesse bereits sehr gut ab. Mit wachsender Unternehmensgröße oder steigender Fertigungskomplexität entstehen jedoch Anforderungen, die im Standard nicht oder nur mit erheblichem Aufwand abgebildet werden können.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Erweiterte Fertigungsaufträge
  • Belastbare Fertigungskalkulationen
  • Kuppelproduktionen
  • Fremdarbeiten
  • Überproduktionen
  • Überkommissionierungen

Diese Anforderungen entstehen nicht, weil Business Central ungeeignet wäre. Sie entstehen, weil jede Produktion individuelle Prozesse besitzt, die über allgemeine Standardfunktionen hinausgehen.

Warum Excel und Insellösungen langfristig keine Lösung sind

Viele Unternehmen schließen fehlende Funktionen zunächst mit Excel-Dateien oder individuellen Listen.

Kurzfristig funktioniert das häufig.

Langfristig entstehen jedoch neue Herausforderungen:

  • Informationen müssen mehrfach gepflegt werden.
  • Daten liegen in unterschiedlichen Systemen.
  • Kalkulationen verlieren an Nachvollziehbarkeit.
  • Sonderfälle hängen vom Wissen einzelner Mitarbeitender ab.
  • Die Transparenz über den gesamten Produktionsprozess geht verloren.

Je komplexer die Fertigung wird, desto größer wird der Aufwand, diese Hilfslösungen dauerhaft zu pflegen.

Erweiterungen sollten Business Central ergänzen – nicht ersetzen

Eine moderne ERP-Landschaft sollte nicht aus zahlreichen Einzellösungen bestehen.

Sinnvoller ist es, Business Central gezielt dort zu erweitern, wo konkrete Anforderungen entstehen.

Dadurch bleiben Stammdaten zentral, Mitarbeitende arbeiten weiterhin in ihrer vertrauten Umgebung und alle Informationen stehen direkt im ERP-System zur Verfügung. Medienbrüche werden vermieden und die Datenqualität verbessert sich deutlich, weil Informationen nur einmal erfasst werden müssen.

Das Ziel zusätzlicher Funktionen sollte deshalb nicht sein, ein ERP-System komplizierter zu machen. Im Gegenteil: Sie sollten Prozesse vereinfachen, Transparenz schaffen und den Arbeitsalltag in der Fertigung spürbar erleichtern.

Welche Fertigungsfunktionen werden besonders häufig ergänzt?

Erweiterte Fertigungsaufträge

In vielen Unternehmen reichen die Standardinformationen innerhalb eines Fertigungsauftrags nicht aus. Zusätzliche Informationen zu Arbeitsschritten, eine strukturierte Verwaltung von Fremdarbeiten oder die transparente Erfassung von Überproduktionen und Überkommissionierungen erleichtern die tägliche Arbeit erheblich.

Gerade bei komplexeren Fertigungsprozessen sorgen diese zusätzlichen Informationen für mehr Übersicht und eine bessere Nachvollziehbarkeit.

Fertigungskalkulation

Eine präzise Kalkulation ist die Grundlage wirtschaftlicher Entscheidungen.

Nur wenn Material-, Fertigungs- und Gemeinkosten vollständig berücksichtigt werden, lassen sich belastbare Einstands- und Verkaufspreise ermitteln. Gleichzeitig verbessert sich die Qualität von Angeboten, Staffelpreisen und Nachkalkulationen.

Eine strukturierte Fertigungskalkulation schafft Transparenz darüber, welche Produkte tatsächlich wirtschaftlich produziert werden können und wo Optimierungspotenzial besteht.

Kuppelproduktion

In zahlreichen Branchen entstehen innerhalb eines Fertigungsprozesses mehrere verwertbare Produkte gleichzeitig.

Die Herausforderung besteht darin, Haupt-, Neben- und Co-Produkte korrekt abzubilden und Kosten sowie Lagerbestände nachvollziehbar zu verteilen.

Ohne geeignete Unterstützung werden diese Prozesse häufig außerhalb des ERP-Systems verwaltet – mit entsprechend hohem Aufwand und einer erhöhten Fehleranfälligkeit.

Eine integrierte Lösung sorgt dagegen für eine konsistente Lager- und Kostenlogik innerhalb von Business Central.

Der eigentliche Mehrwert liegt in besseren Entscheidungen

Bei ERP-Erweiterungen wird häufig zuerst über Funktionen gesprochen.

Viel wichtiger sind jedoch die Auswirkungen auf den Unternehmensalltag.

Eine belastbare Kalkulation verbessert die Angebotserstellung und schafft Sicherheit bei Preisentscheidungen.

Eine transparente Abbildung von Kuppelproduktionen erhöht die Nachvollziehbarkeit von Kosten und Beständen.

Durchgängige Fertigungsprozesse reduzieren manuelle Tätigkeiten und sorgen dafür, dass alle Beteiligten jederzeit mit denselben aktuellen Informationen arbeiten.

Dadurch entstehen schnellere Entscheidungen, höhere Prozesssicherheit und effizientere Abläufe in der Produktion.

Fazit

Microsoft Dynamics 365 Business Central bietet bereits eine hervorragende Grundlage für produzierende Unternehmen. Mit steigender Prozesskomplexität wachsen jedoch auch die Anforderungen an Kalkulation, Fertigungssteuerung und Transparenz.

Unternehmen, die diese Anforderungen direkt innerhalb von Business Central abbilden, profitieren von einer gemeinsamen Datenbasis, weniger Medienbrüchen und einer höheren Planungssicherheit.

Der Standard ist häufig der richtige Anfang. Die passende Erweiterung macht daraus eine Lösung, die mit Ihren Fertigungsprozessen wächst.

Ihr Ansprechpartner
Felix Zimmer
Projektmanager (ERP)
+ 49 6502 40491-0

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